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Sagenhafter, uriger Vogelsberg - geheimnisvoll und wunderschön mitten im Bundesland Hessen.

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Als sich der Teufel einst gegen unseren Herrgott aufgelehnt hatte, und er von diesem aus dem Himmel gejagt werden sollte, da bat er sich noch die Gnade aus, dass ihn unser lieber Herrgott entweder über Herchenhain, Ilbeshausen oder Sichenhausen herunter werfen möge, weil er dort doch vielleicht auf ein Strohdach fallen und so sein Leben retten könne.

Unser lieber Gott in seiner Langmuth, der ja nicht den Tod des Sünders will, tat ihm den Gefallen und lässt ihn über Herchenhain herunter werfen; und richtig, der Bösewicht fällt auf ein Strohdach. Ein paar Rippen hat er sich zwar gebrochen und auch am Fuß soll er einen kleinen Schaden abbekommen haben. Das war der Anlass, dass der saubere Gesell sich einige Zeit bis zu seiner Wiederherstellung in unserer Gegend aufhalten musste.

  

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Bild: Abendzeit - sagenhafte Zeit! - Vulkanausbruch oder Wolkentürme?

  

Von unserer Gegend hat er übrigens behauptet, sie gefalle ihm so gut, dass er glaube, sie und ihre Bewohner seien für den Teufel geschaffen, wenn da nur die vielen Vögel, in erster Linie die Wachtelmännchen, nicht wären, die ihn immer im Schlaf stören würden, so überlege er ernsthaft, hier seinen bleibenden Wohnsitz zu nehmen. Zu seiner Unterhaltung trieb er allerlei Spielchen, worüber man einen ganzen Abend lang erzählen könne, doch jetzt erst mal die Geschichte wie der Vogelsberg zu seinem Namen kam.

Ein armer Schmied, der auch gern einmal die Freuden der Welt erlebt hätte, war so dumm, dem Teufel sein Seele für sehr viel Geld und drei Jahre, die ihm der Böse dienen sollte, zu verschreiben. Dass sich der Teufel einmal als Schmied versucht haben soll, ist um so glaubhafter, wenn man bedenkt, dass ja auch der große russische Zar Peter viele Jahre seine Freude daran gehabt hat, das Zimmermannshandwerk zu lernen. Der Schmied hatte aber einen Vertrag ausgehandelt, dass der Teufel nach den drei Jahren drei Proben seiner Geschicklichkeit und Pfiffigkeit ablegen müsse.

Als nun die drei Jahre fast um waren, bekam unser Schmied es doch mit der Angst; Essen und Trinken, wovon er immer ein großer Freund war, schmeckte ihm immer weniger und von den Speckfältchen, die er sich in der letzten Zeit zugelegt hatte, war auch bald keines mehr zum Zusetzen da.

Deshalb irrte er ganz verstört durch Feld und Wald uns wusste bei seinem Leben keinen Rat mehr. Der Zufall wollte es, dass ihm ein altes Weibchen begegnete, und ihn wegen seinem üblen Aussehen zur Rede stellte. Er weicht aus und bedeutet ihr, dass sie ihm doch nicht helfen könne. Sie aber fordert ihn zum Reden auf. So erzählt er die Geschichte mit dem Teufel, und dass die Zeit der Probe gekommen sei. Sie merkt sich vor allem die drei Proben. nennt ihn einen "dummen Hans", und schärft ihm ein, das zu tun, was sie ihm jetzt sagt:
Erstens: Du gibst dem Teufel eine Hand voll von Deinen krausen Haaren, die soll er gerade schmieden.
Zweitens musst Du ein Ding schmieden, dass sich zu zweierlei gebrauchen lässt, z. B. eines, aus dem man eine Feuerschippe und eine Krauthacke machen kann. Dann fragt Du den Teufel, was daraus werden soll; meint er, eine Schippe, dann schlägst Du er krumm und sagst "Prost Mahlzeit", eine Hacke soll es geben.
Drittens lässt Du Deine Frau sich in einem Backtrog voll Teig wälzen, schneidest anschließend ein Federbett auf und lässt sie sich darin auch ordentlich wälzen, setzt sie dann auf eine Vogelstange und fragst den Teufel, was das für ein Vogel sei? Die Antwort bleibt er Dir bestimmt schuldig!
Obwohl unserem Schmied immer noch nicht ganz wohl war, so war er doch etwas getröstet.

  

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Bild: Abendzeit - sagenhafte Zeit! - "Feierabendbauern" sind immer noch unterwegs!

  

Als nun der Tag kam und der Schmied den Teufel schon halb triumphierend zur Arbeit kommen sah, sagte er zu sich "Bruderherz lach nicht zu früh". Er gibt ihm zunächst seine krausen Haare. Unser Teufel legt sie auf den Amboss und fängt an zu hämmern; je mehr er aber auf ihnen herumschlägt, um sie gerade zu schmieden, desto krauser werden sie. Als er schließlich durchgeschwitzt ist und ihm der Atem ausgeht, gibt er das Probestück verloren.
Unser Schmied hält ihm als zweite Probe eine Eisenstück hin, das wie eine Schippe aussieht und will wissen, was daraus werden soll. Klug gemacht, was kann das schon anderes geben als eine Schippe. Der Schmied aber schlägt es mit zwei Hieben krumm und sagt, "großen Dank, eine Krauthacke soll es geben".
War der Teufel schon verdutzt, dass er zweimal im Examen durch-gefallen war, so wusste er überhaupt nicht mehr, was er sagen sollte, als ihm der Schmied den bewussten Vogels zeigte. Hier war ihm, wie schon mehr großen Männern, der Verstand stehen geblieben. Nachdem er den Vogel von allen Seiten in Augenschein genommen hatte und nirgends eine Ähnlichkeit mit einer Kroppgans oder einem Illmetrisch sah, war er außer sich, weil er jetzt erst erkannte, dass ihn der Schmied hinters Licht geführt hatte und sich, wegen seinem Widerwillen gegen die vielen Vögel in unserer Gegend, auch noch über ihn lustig machen wollte. Er hat geschworen, dass er sein ganzes Leben lang und in der ganzen Welt noch nie einen solchen Vogel gesehen habe, wie in dem verfluchten Vogelsberg - und ist mit Gestank in die Luft gefahren.

Von dieser Stunde an hat unsere Gegend den Namen "Vogelsberg".

  

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Bild: Abendzeit - sagenhafte Zeit!

 

 

 

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