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Die Vogelsberger waren immer schon stark durch ihre Umwelt geprägt. Lebensernst, Nüchternheit und Beständigkeit als charakteristische Merkmale mögen aus dem ständigen Kampf ums Überleben resultieren und daraus wiederum Bodenständigkeit, eine fast hartnäckige Bindung an die Scholle.

Bild: Die Phantasie projizierte Geister ...
Seit jeher ist das Gebirge dünn besiedelt. Man lebt in Dörfern, von denen sich einige zu Kleinstädten entwickelt haben. Einzelhöfe gibt es selten. Früh hatte man sich zu Lebensgemeinschaften zusammen geschlossen, wenn auch die ersten urkundlichen Erwähnungen der Orte viel später erfolgten. Man suchte Schutz im Zusammenleben, wollte dadurch die Angst vor den dunklen, verborgenen, unerklärlichen und unerforschlichen Mächten verdrängen, die draußen, wenn der Wind heulte, Wetter tobten, ihr Unwesen trieben. Die Phantasie entwickelte Märchen und Geschichten, projizierte Geister und Hexen, Teufel und Wilde Jäger in die Wälder, auf Wiesen und Felder, in die Lüfte und unter die Erde, und die Menschen "sagten" diese Erzählungen von einer Generation zur anderen weiter: Es entstanden "Sagen".

... und schwebende Jungfrauen in Wald und Flur.
Hinzu kam ein zwar langsames aber tiefsinniges Verarbeiten aller Erlebnisse, eine etwas eigensinnige Mentalität von Bewohnern, welche vor knapp einhundert Jahren von der Technik der übrigen Welt noch nicht berührt wurden. Viele Sagen sind bestimmt durch diese Eigenheiten ausgeschmückt oder vereinfacht worden, gar durch sie entstanden, andere vielleicht durch Wüstungen, Fehden, Kriege, Unfälle oder beeindruckende "Natur"-Ereignisse - und immer steckt in ihnen ein Teil des etwas "eigenartigen" Charakters der Vogelsberger.

Bild: Man glaubte, in bizarren Felsen würden "Wilde Frauen" hausen.
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