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Theodor Bindewald: 'Oberhessisches Sagenbuch' Aus dem Volkmunde gesammelt, Frankfurt 1873

Bild: Altenschlirf
Theodor Bindewalds Vorfahren waren in vielen Vogelsberger Orten als Pfarrer tätig; Lauterbach, Maar, Wernges, Freiensteinau, Altenschlirf und besonders Engelrod werden genannt. Er selbst wurde im Jahr 1829 in Altenschlirf geboren und ist 1880 in Frischborn gestorben. Auch er war Pfarrer - nebenbei (manchmal möchte man meinen: hauptamtlich) Heimatforscher und auch Maler. So zeichnete er sehr feine Landschaften und Ortschaften des Vogelsbergs und der umliegenden Gebiete. Bindewalds Tätigkeitsorte werden mit Gießen, Busenborn, Groß-Eichen und Frischborn angegeben. Während seiner Groß-Eichener Zeit (dort war er zwischen 1867 und 1876 Pfarrer) veröffentlichte er im Jahr 1873 sein 'Oberhessisches Sagenbuch' mit dem Zusatz 'Aus dem Volksmunde gesammelt'. Es enthält 220 Sagen, von denen 172 bereits im Jahr 1869 in Darmstadt im 12. Band des 'Archivs für die hessische Geschichte und Altertumskunde' erschienen waren. Viele Vogelsberg bezogenen Beiträge findet man außerdem in den unterschiedlichsten Zeitschriften der Zeit.

Bild: Frischborn
Im Vorwort zu seiner Sagensammlung zitiert Bindewald aus einem Brief von Jakob Grimm vom Januar 1844 an Friedrich Ludwig Weigand: 'In Zeit von 10 - 20 Jahren wird die deutsche Mythologie eine ganz andere Gestalt gewonnen haben, wenn man fortfährt, wie man endlich beginnt, die Volkssagen, worin Unglaubliches steckt, treu und ausführlich zu sammeln. Treiben Sie doch zu Vogelsberger Sammlungen. Wer zu suchen weiß, ist des Findens sicher an Orten, wo andere leer ausgingen.' Bindewald 'freut sich ungemein, diesen Wunsch des großen Todten ..... bevor es zu spät ist, erfüllen zu können.' Und an anderer Stelle schreibt er, nach dem er vorher bedeutende Sagensammler Deutschlands genannt hat: 'Der vielnamigen Schaar all dieser Männer reiht sich mit der gegenwärtigen Sammlung auch der Verfasser in der bescheidenen Hoffnung an, für Oberhessen und insbesondere den Vogelsberg das ihm Erreichbare gethan zu haben.' Die 220 Sagen der Sammlung von Theodor Bindewald aus dem Jahr 1873 stellen wir hier allen Interessierten zur Verfügung.
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