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Wilhelm Müller: Oberhessische Heimatbuch Hessische Volkbücher 58 - 60, Darmstadt 1926
Wilhelm Müller In der „Vorrede“ zu seinem Buch betont der Autor, dass dieses „weder eine abgeschlossene wissenschaftliche Volkskunde der Provinz Oberhessen sein“ soll, noch will er „einer solchen vorgreifen“, vielmehr sei es beabsichtigt, „den breiten Massen des Volkes, Anregung, Belehrung und Unterhaltung über die Heimatgeschichte zu geben“. Kein Teil des Landes, so betont Müller, sei so reich an volkskundlichen Überlieferungen, kein Teil besitze eine so eingehende heimatkundliche Literatur wie Oberhessen - und besonders reich sei die Provinz an Sagen und Sagensammlungen.

Bild: Sagenhafter Vogelsberg
Wilhelm Müllers ‚Oberhessisches Heimatbuch‘ ist keine der üblichen Sagensammlungen. In 28 Abschnitten stellt er „Einzelbilder“ vor, zeigt Zusammenhänge von Orts- und Flurnamen, von Sagen, Geschichten und Schwänken auf, versucht Namen und Begebenheiten zu deuten, teilweise auch die Entstehung der Bezeichnungen und Erzählungen zu ergründen. In seinen vergleichenden „Einzelbildern“ führt er dabei „kreuz und quer“ durch das gesamte Oberhessen. Wie Müller seine Beschreibungen aufbaut, soll das folgende Beispiel verdeutlichen: „In Feldheim heißt ein Gemarkungsteil des ‚Teufels Hirnschale‘. Dort ist der Boden ungewöhnlich flachgründig und der Fels dicht anstehend. Dasselbe gilt vom ‚Geißkopf‘ zu Windhausen. An dieser Stelle liegt der Fels so nahe an der Oberfläche, wie bei einem Ziegenbock die Hirnschale.“
Welche Betrachtungen der Autor anstellt, aus welchen Gesichtspunkten er die Landschaft und das Volk beschreibt, soll hier Zug um Zug - wie es die Zeit erlaubt - in Auszügen widergegeben werden – Auszüge, die in vielen Fällen zumindest zum Schmunzeln anregen.
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