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Nichts kann eine Landschaft besser charakterisieren als die Sitten und Gebräuche ihrer Bewohner. Unverfälscht offenbart sich hier ihr innerstes Wesen, gleichsam als würden Türen aufgetan und gäben den Blick frei in die innersten Gemächer ihrer Herzen.

Bild: Maibräuche am Bilstein
Freilich formt auch die Landschaft ihre Menschen. Je karger die Landschaft, je rauer das Klima, desto rauer und ungekünstelter ihre Bewohner. Desto verschlossener sind sie auch gegen Fremde. Man kann sogar sagen, dass auch die Sprache von der Eigenheit einer Landschaft beeinflusst wird. Nur wer diesen Menschen mit Liebe und Achtung begegnet, dem öffnen sich - und sei es auch nur einen Spalt weit - Herz und Seele. Sagen und Märchen, das Liedgut und die Trachten eines Völkchens, wo immer es auch sei, zeugen von der unverwechselbaren Urwüchsigkeit ihrer Menschen. Und durch die Jahrhunderte hindurch klingt es von Geschlecht zu Geschlecht ...
Text: Hans Heinrich Zimmermann in "Ober Seibertenrod, Bilder und Texte zur Geschichte eines Vogelsbergdorfes", Hrg. Fotoclub Lauterbach - 1988
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